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SHINE / AUF DEN WEG MIT LICHT…

Wetterbedingte Medien-Wellen gehören irgendwie dazu. Meterhoch Schnee oder grüne Wiesen im Winter, ein verregneter Sommer oder -aktuell- durchgehend Sonne – schreiben/reden läßt sich darüber immer. Wenn es länger dauert, steigen die Amplituden. Der Wetterbericht, ohnehin genauer und verlässlicher als Börsenberichte, rückt ins Zentrum des Interesses. Denn es soll ja Hoffnung geben, dass sich das mit dem Wetter wieder so normalisiert, dass in gewohnter Normalität der Alltag eintreten könnte. Und wenn es dann nach langer Trockenheit wieder regnet, dann ist ja alles wieder gut – wenn das mit dem Regen nicht auch wieder zu viel wird. Aber wer weiß das schon, wie das Wetter morgen sein wird. Und wer will vorhersagen, was in den nächsten Jahren sein wird? Gut, es gibt einen Allwissenden im fernen Amerika. Der wird mit dem Alarmbegriff Klimawandel noch hadern, wenn in dem nach ihm benannten Gebäude in New York das Wasser im Erdgeschoß steht. Irgendwer sollte da schon zu finden sein, dem man die Schuld in die Schuhe schieben können würde. Er dürfte auch nicht allein sein mit dieser Bereitschaft zu immer wiederkehrender kurzsichtiger Verdrängung. Denn wie gesagt, über das Wetter reden viele gern, immer und ja auch schon immer. Es wäre schon längst, und das ist sehr untertrieben, an der Zeit gewesen verstehen zu wollen, was da im Gang ist. Worst Case wäre, dass der Point of no Return schon lang überschritten ist. Ernsthafte Wissenschaftler gehen davon aus. Politiker nehmen eher zur Kenntnis, dass in Bayreuth keine Klimaanlage eingebaut ist und man einfach durchhalten muss. Das würde sich ja ändern lassen. Klimaanlage einbauen, schon ist der Ritt der Walküren wohltemperiert erträglich. Bei geschlossenen Türen. Symbolhafte Tradition dort, wo wenige die dekorative Intonierung zu einer Wirklichkeit schaudernd erlebten, die für jene draußen längst erschreckend greifbare Tragödie war. Es passt in die Zeit, dass zur Lösung des absehbar Bedrohlichen Drehbücher verfasst werden. Für ganz große Opern. Solar Radiation Management. Da braucht es nur einen kleinen Spiegel im Orbit, der der Sonne zurückgeben soll, was auf der Erde nicht gebraucht wird. Gebäude, Dächer und Flächen weiß gestrichen. Mehr Wasserflächen, Anbau von hellen Pflanzen und Brach- und Wüstenflächen werden weiß getüncht. Oder Aerosole in der Atmosphäre. Oder Unmengen von Material, alternativ gingen auch Segel, am Lagrange-Punkt 1. Der ist übrigens so um die eineinhalb Millionen Kilometer von der Erde entfernt in Richtung Sonne. Themen, über die lang, sehr lang diskutiert werden kann. Und wenn es um die Finanzierung geht, hilft ansatzweise die Erinnerung an zurückliegende und im Verhältnis lächerliche Probleme, die die Politik nicht lösen konnte. Geoengineering ist Begriff für die Fortsetzung der Praxis, an der Natur herumzuschrauben. Dazu zählt auch die Idee, dass sich das in der Phase des Karbon mühsam aus der Erde gebaggerte Kohlendioxyd (das lagert dort so einige Millionen Jahre) aus der Luft absaugen und wieder in der Erde versenken lassen könnte. Die zuverlässigste Methode, auch die schnell umsetzbare, ist nach Meinung der Wissenschaft, die Kohlendioxydemissionen zu senken. Wirksam inszeniert, sicher in Teilen mehr als berechtigt, die Mobilitätsdebatte. Auch hier stehen großen Ankündigungen den nüchternen Fakten gegenüber. Eine Jahresproduktion von über 80 Millionen Carbon-Driven Fahrzeugen weltweit in 2017 sagt wohl recht deutlich, dass es um ein Play for Time geht. Fatal, dass die Natur ihre eigene Zeitrechnung hat. Verwunderlich, nicht überraschend, die Stille der Ökonomen. An sich müsste diese Spezies bei vielen Plänen laut protestieren. Denn es macht im Kern wenig Sinn, mit immensem Aufwand Energieträger aus der Erde zu graben, um Maschinen und Anlagen zu betreiben, deren Abgase mit gigantischem Aufwand wieder neutralisiert werden sollen, damit es im alten Trott auf dem Globus weitergehen kann wie immer. Wissenschaftler nennen das ein Nullsummenspiel mit unwägbarem Risiko.

Ein langer Vorspann für eine berechtige Frage. Was hat das nun mit Gestaltung und Design zu tun? Antwort dazu, recht pauschal: Es braucht viele Kreative für die Verlagerung des Modells Mobilität. Weg vom Primärfokus auf vier Räder etc. hin zur Mobilität im Denken. Weg vom praktizierten Muster, nach dem viele machen sollen, was wenige ihnen antragen. Viele müssen aktiv werden, dann können sich die Wenigen doch brausen gehen, die so unverrückbar an ihren Ritualen festhalten. Eine Zahl. Kann ja sein, dass sie motiviert. Die Sonne schickt pro Stunde ungefähr 174 Billiarden Watt in Richtung Erde. In diesem Sommer hofft die Branche der Kühlgeräte auf Rekordumsätze. Betrieben mit in jeder Hinsicht teurer Energie aus kritischer Erzeugung. Noch Fragen? Die Vision: Solar Lifestyle…