Der Superlativ ist Tradition des Salone Internazionale del Mobile di Milano. Die weltweit bedeutendste Messe des Genres. Mehr als 1250 Aussteller auf einer Fläche von 142000 Quadratmetern. Leuchtturm dessen, was die ganze Welt mit Design verbindet. Und Schauplatz spannender und aufregender Events. Der Salone ist Anziehungspunkt für alles, was im weitesten Einzugsgebiet von Design-Engagement liegt. Und damit Bühne für Projekte, die auf die Komplexität von Design verweisen. So wird Mailand immer wieder auch Zentrum des Dialogs. Fassbarer und erlebbarer Beweis dafür, dass Design schon längst die Grenzen traditioneller Begrifflichkeit überschritten hat. Hier ist spürbar, dass Design Erleben, Lernen und Austausch bedeutet. Gestaltung nicht mehr auf formale Aspekte zu reduzieren ist, sondern alle Aspekte individuellen Anspruchs an Lebensgestaltung einschliesst.

Mailand verlangt und erlaubt, Aufmerksamkeit zu wecken. Umgekehrt auch zu unterstreichen, dass man aufmerksam ist. Offen für Neues ist und zugleich auch dazu beizutragen bereit, dass Neues erleb- und fassbar wird. Das ist eine spannende Bühne. Für Auto-Hersteller ist der Salone zunehmend Plattform und Experimentierfeld. Denn die Rolle des Automobils verändert sich. Vernetzung in Bereiche, die sich von der Option isolierter Mobilität entfernen. Verschiebungen in der gesellschaftlichen Wahrnehmung. Entfernung von früher nutzbaren Technik-Argumenten, die individuellen Anspruch dem Primat des Machbaren unterordneten. Automobile und Design werden zusammen Märkte verändern. Es ist sicher auch so, daß aus dem Design entstehende Ansprüche in Zukunft nachhaltigen Einfluss auf die Marktfähigkeit von Autos haben werden. Die Rolle der Mäzene, das ist Vergangenheit. Heute ist die Präsenz in Mailand, Förderung von Design und Kunst wichtiger Bestandteil integrativer Prozesse. Neues wird möglich.

Wie sehr sich Gewichtungen verschieben, wird auch im Management einzelner Hersteller erkennbar. Designer werden zu Unternehmens-Gestaltern. Es überrascht nicht, dass diese Manager den Blick über den Teller-Rand verlangen und auch möglich machen. Fukuichi-san, Design-Chef von LEXUS und TOYOTA ist der erste Designer, der die Marke LEXUS weltweit führt. Am Mittwoch verlieh er die LEXUS DESIGN AWARDS 2014. Aus 1243 Projekten waren 12 ausgewählt worden. Vier davon wurden für den Salon umgesetzt. Wunderbare Beispiele dafür, wie Menschen aus fast allen Teilen der Welt mit Aspekten des Lebens umgehen. Die Projekte verlagern die Bedeutung des LEXUS-Claim AMAZING IN MOTION auf neue Ebenen. Vielschichtig, subtil, fröhlich und originell.

Nicht, weil einer der Preisträger aus Deutschland stammt, diese besondere Erwähnung: Sebastian Scherer. Sein Projekt IRIS, irisierend beschichtete Kristallkugeln, die mit Veränderungen der Lichtwellenlängen spielen und je nach Betrachtungswinkel das Licht in sich verändernden Farben erscheinen lassen. Der LEXUS-Award ist sein erster Auftritt auf der großen Bühne. Ich wage die Vorhersage, dass ihm Applaus sicher ist! Es ist Ihnen zu wünschen, dass Sie die Ausstellung im CIRCOLO FILOLOGICO MILANESE sehen können. Es kann nur ein schwacher Trost sein, dass wir die Preisträger schon vor einiger Zeit vorgestellt haben.
So ganz ‚nebenher’ – das soll der Vollständigkeit halber berichtet sein- hat LEXUS auch ein Projekt auf vier Rädern vorgestellt. Ganz kurz nur. Und unter dem Siegel äußerster Verschwiegenheit. Dieses Geheimnis werden wir erst kurz vor Beginn der Messe in Peking lüften können. DESIGN AMAZING…. In jeder Hinsicht aufregend und spannend! Den Rahmen der Präsentation dieses geheimen Objekts bildete ein unglaublich und wunderbar verrücktes neues Restaurant: Carlo e Camilla in Segheria. Passend zur thematischen Klammer des LEXUS-Event AMAZING. Chef des Restaurants ist Carlo Cracco, Koch-Künstler und TV-Star in Italien.
Werner Deisenroth





