Jeden betrifft das Unrecht, das Russland’s Führung in der Ukraine begeht. Betroffenheit herrscht auf einer anderen Ebene über die Verbindungen zum russischen Regime, die erschrockene Ernüchterung ausgelöst haben. Unverändert dessen Formel: Wir machen, was wir wollen. Und Ihr macht, was wir Euch erlauben. Das Regime, das die Geschichte des eigenen Landes in der Verherrlichung einer zu verabscheuenden Geschichte von Unrecht und Gewalt gegen die eigenen Bürger verbrämt, Stalin als den edlen Ritter wieder hervorkramt. Und die Millionen Menschen vergessen machen will, die allein unter dessen Regime um ihr Leben gebracht worden waren. Es ist nicht die Geschichte der Edlen, die der Welt vorgegaukelt werden soll. Es ist die Geschichte rücksichtsloser Machtausübung. Hoffnung, Glaube oder unreflektierter Opportunismus überdeckten eine Zeit lang die Latenz des Grundprinzips. Aufgebrochen jetzt im Angriff auf ein freies Land. Mit einer Schauder weckenden Begründung, vorgetragen vom auf lange Zeit bestimmenden Prinzipal der Angreifer. Weil er über Macht, Mittel und Ruchlosigkeit verfügt, kann er die ersten Schritte seiner Vision vom Weg zurück in die Vergangenheit des Totalitarismus umsetzen. Er hat den Krieg gewählt. Und trifft auf ein System, das nun verwirrt mit der Wirklichkeit konfrontiert ist. Über zu lange Zeit vertrauend auf Kompromisse, die Friedrich von Logau (geboren 1605/verstorben 1655/ Dichter) klar einordnete: „In Gefahr und höchster Not, bringt der Mittelweg den Tod.“ Absehbar, leider, dass unsere Politik sich weiterhin mäandrierend zwischen großen Worten und k(l)einen Taten bewegen wird. Skandalös, dass ein ehemaliger deutscher Regierungschef keine Mühe hat mit seinem persönlichen Kompromiss zwischen dem Leben in einem freien Land und der Entlohnung aus dem Regime des Totalitären. Unfassbar, dass ein hoher Militär die Unfähigkeit zur nicht undenkbaren Gegenwehr öffentlich bekunden muss. Parallel dazu die Meldung zu lesen war, dass im Rahmen der NATO eingesetzte Truppenteile über den Mangel an warmer Unterwäsche und wärmender Jacken klagt. Krieg ist zu verabscheuen. Sowohl die Geschichte als auch die Aktualität zeigen, dass der Verzicht auf Gewalt und Tod noch immer nicht prägend ist für vernünftige und friedvolle Koexistenz.
Medial begleitet die Führung Russland’s ihren Angriff auf die Ukraine mit einer Kampagne, die erkennbar Wahrheiten vermeidet. Es ist eine Hoffnung, dass richtigstellende Antworten die Lügen der Vertreter von Gewalt demaskieren helfen. Klarstellen, dass sie in der Gemeinschaft von Demokratie und Freiheit unerwünscht sind. Mitteilen, dass Menschen in Russland Entsetzen und Unverständnis über das Vorgehen ihrer derzeitigen Regierung äußern. Auch zu verbreiten helfen, dass München’s Oberbürgermeister Reiter dem Chef der Münchner Philharmoniker, Waleri Gergijew, Freund von Putin, die Entlassung ankündigte, wenn er sich nicht bis Montag, den 28.Februar 2022 klar und unmissverständlich von Putin und seinem Angriffskrieg distanziere. Gergijew hatte 2014 einen Künstler-Appell zur Annexion der Krim durch Russland und zur Unterstützung der Politik des russischen Präsidenten unterschrieben. Kiew ist Partnerstadt von München. Oder dass die Deutsche Telekom bis auf Weiteres Anrufe und SMS in die Ukraine und das Roaming dort kostenfrei möglich macht. Oder dass die Tschechische Eisenbahn von Männern auf dem Weg in die Ukraine bei Vorzeigen ihres Reisepass keine Fahrkosten verlangt.
Nachsicht bitte dafür, dass der Beitrag sich thematisch etwas hin- und her bewegt. Es sind nur ein paar bedrückende Gedanken angesichts der dramatischen Lage.
Visual: Zitat einer Twitter-Nachricht aus Russland

