Zurück zum Content

VON DER EINEN SEITE AUF DIE ANDERE…

Um von einem Ufer auf direkten Weg zum gegenüberliegenden kommen zu können, bietet sich der Bau einer Brücke an. Im Zusammenhang mit dem hier vorgestellten Projekt allerdings kämen mehrere mehrere Bedeutungs-Interpretationen in Frage. Es geht um ein an sich alltägliches Problem. Eine Brücke über eine Gracht in Amsterdam. Oudezijs Achterburgwal, Ecke Stoofsteeg im Rotlicht-Distrikt der Stadt. Die Lage mag Aufmerksamkeit hervorrufen. Um diese ‚Brücke‘ aber geht es nicht. Die Vorgehensweise bei der Konstruktion hat das Potenzial, in unterschiedlicher Dimension von einem Brückenschlag zu sprechen. Denn dieses Bauwerk entsteht im 3-D-Druck. Brücke 1: Maschinen übernehmen die Umsetzung des Entwurfs in die Realität. Brücke 2: Beweis dafür, dass die Technologie im Heute angekommen ist, andersherum ist es wahrscheinlich richtiger: Dass unser ‚Heute‘ bereits von moderner Technologie geprägt ist. Brücke 3: Denkanstoß zur Rollenbestimmung in der zukünftigen Gestaltungs- und Arbeitswelt, zu digitaler Transformation und deren Potenzial, ökonomische und gesellschaftliche Innovationen auszulösen.

Es ist ein recht besonderer Brückenbau, den man in Amsterdam in Gang gesetzt hat. Das Technologie-Startup MX3D und das Design-Team um Joris Laarmann wollen unter Beweis stellen, dass 3-D-Druck auch im großen Maßstab für funktionale Objekte und mit nachhaltigen Materialien entstehen kann. Für den Designer ist von besonderer Bedeutung, dass damit eine neue Ära für die Freiheit der Form beginnt. Äußere Umstände verhinderten den Plan, dass Roboter die Brücke direkt vor Ort fertigen. Die Kanal-Mauern müssen saniert werden. Abweichend vom ursprünglichen Plan, zwei Roboter direkt am Ort arbeiten zu lassen, wurde die Brücke nun in einer Halle von vier Metalldruck-Robotern gefertigt. Sechs Monate Bauzeit. Gefertigt aus rostfreiem Stahl, 12,5 Meter lang und viereinhalb Tonnen schwer. Zusätzlich mit mehr als einem Kilometer Kabeln versehen, die für die Sensor-Überwachung zu Forschungszwecken hinsichtlich Struktur und Belastung gebraucht werden. Voraussichtlich 2019 wird nach ausgiebigen Tests der reale Brückenschlag über die Gracht erfolgen.

Etwas früher, am 7.September 2018, wird dem Projekt der STARTS PREIS 2018 in Linz verliehen werden. Der Preis der Europäischen Union für innovative Projekte an der Schnittstelle von Wissenschaft, Technologie und Kunst. Hier ließe sich auch von einer ‚Brücke‘ zwischen diesen Disziplinen sprechen. Die Jury spricht von dem Beginn einer bedeutenden urbanen Transformation durch Large-Scale 3-D-Druck. Vorher werden die Brückenbauer im Stedelijk Museum am 21.Juni im Rahmen des WE MAKE THE CITY Events von der Stadt Amsterdam und der WAAG geehrt. Die WAAG ist eine holländische Stiftung mit dem Ziel, Technologie und Gesellschaft offener, fair und integrativ zu verbinden.

Die Bilder haben die Projekt-Partner zur Verfügung gestellt. Informationen en detail unter https://starts-prize.aec.at/en/amsterdams-3d-printed-steel-bridge und http://mx3d.com  und zu ‚We Make The City‘  https://wemakethe.city/en/